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Vergleich der Methoden: Ferbern und Familienbett 

Wenn wir die beiden vorgestellten Methoden vergleichen, fällt sofort auf, dass die Vor- und Nachteile sehr ungleich verteilt sind. Der einzige Vorteil der Ferber-Methode ist die Tatsache, dass sie offenbar funktioniert. Die Kinder scheinen nach einer gewissen Zeit tatsächlich durchzuschlafen und die Eltern bekommen etwas mehr Schlaf als vorher. Dass die Methode aber nicht immer geeignet ist und deshalb nicht gedankenlos angewendet werden sollte, zeigen ihre vielen Nachteile.

Durch die Ferber-Methode riskieren die Eltern, ihre Intuition und das Vertrauen in ihre Gefühle, Instinkte und Verhaltensweisen zu verlieren. Anstatt zu lernen, die Signale ihres Kindes zu deuten und sofort darauf zu reagieren, lernen die Eltern, diese zu ignorieren. Sie können ihr Kind nicht genau kennen lernen und ihm nicht helfen, sich wohl zu fühlen - und distanzieren sich von ihm. So wird das gegenseitige Vertrauen zwischen Eltern und Kind gestört und das Kind verliert das Vertrauen in sein schützendes Umfeld. Die Eltern hören nicht mehr auf ihre eigenen biologischen Signale und ihr Unterteilsvermögen und befolgen jemandes Rat, der keine biologische oder emotionale Bindung zu ihrem Kind hat. Ein weiterer großer Nachteil der Ferber-Methode ist die Tatsache, dass sie für voll gestillte Kinder und stillende Mütter nicht geeignet ist. Da stillende Mütter normalerweise eine besonders innige und starke Bindung zu ihrem Kind haben, wird es ihnen besonders schwer fallen, entgegen ihren Gefühlen zu handeln, wenn sie die Methode anwenden. Genauso schwer wird den gestillten Kindern der Verzicht auf die nächtliche Geborgenheit fallen, die sie durch das Stillen erfahren haben.

Die Methode der liebevollen Kinderbetreuung und des gemeinsamen Schlafens bietet dagegen eine Menge Vorteile für Eltern und Kind. Wenn die Kinder bei den Eltern schlafen können so lange sie möchten, wenn sie im elterlichen Bett immer willkommen sind und nicht bloß geduldet werden, so wird die familiäre Harmonie dadurch gefördert. Eltern und Kind helfen sich gegenseitig, ihre Signale auszusenden und ihre Bedürfnisse zu erkennen. Die Kinder schlafen besser ein und fühlen sich geborgen. An der Brust der Mutter oder im Arm des Vaters einzuschlafen vermittelt ihnen eine gesunde Einstellung zum Schlaf. Das Kind lernt, dass Einschlafen etwas Angenehmes ist, was ja eines der Ziele der nächtlichen Kinderbetreuung ist.

Die Mutter schläft besser. Viele Mütter können in der Nacht eine Art Schlaf-Harmonie mit ihrem Baby erreichen, wobei sich ihre Schlafzyklen synchronisieren. Die Mutter wacht meist einige Sekunden bevor das Baby unruhig wird, auf und kann es stillen, ohne dass es wach wird und schreien muss. Dadurch wird auch das Stillen einfacher für die Mutter, da sie nicht von ihrem schreienden Baby aus dem Tiefschlaf gerissen wird, sondern sich sofort auf Ihr Baby einstellen kann. Wenn die Mutter tagsüber arbeitet, kann sie die Verbindung mit ihrem Kind während der Nacht festigen. Die Hormone, die durch das Saugen des Babys ausgeschüttet werden, helfen der Mutter zudem, sich nach der Anspannung des Arbeitstages zu entspannen.

Die Kinder gedeihen besser, denn durch die liebevolle Kinderbetreuung wird ihr Temperament respektiert. Das Stillen wird nicht unterbrochen und die Milchproduktion wird aufrechterhalten. Kinder gewinnen an Selbstwertgefühl und lernen Einfühlsamkeit und Großzügigkeit. Vor allem lernen sie die Bindung an Personen und nicht an Dinge, denn sie haben eine starke Bindung zu ihren Eltern.

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Kinder, die bei ihren Eltern schlafen, viel weniger dazu neigen, Opfer des plötzlichen Kindstodes zu werden. Dies sollte aber nicht der einzige Grund sein, dass Eltern ihre Kinder in ihrer Nähe schlafen lassen. Vielmehr sollten sich die Eltern gründlich informieren und mit Liebe und Geduld herausfinden, welche Möglichkeiten in ihrer Familie am besten funktionieren, damit sowohl Eltern als auch Kinder eine erholsame Nacht genießen können.