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Schlafen

Die Ferber-Methode 

Die Methoden, Kinder zum Durchschlafen zu bewegen, führen sowohl in der Fachwelt als auch unter Eltern zu hitzigen Diskussionen. Besonders der weit verbreitete Ratgeber "Jedes Kind kann schlafen lernen" spaltet seit seinem Erscheinen im Jahre 1995 die Elternschaft. Immer wieder kommt es zur erbitterten Streitgesprächen zwischen absoluten Befürwortern und Gegnern des darin dargestellten Schlafprogramms. Es handelt sich hierbei um eine Abart der sogenannten Ferber-Methode.

Die Ferber-Methode geht von der Annahme aus, dass sich manche Kinder bereits im frühen Alter bestimmte, ungünstige Schlafmuster angewöhnt haben. Prof. Ferber, Leiter eines Schlaflabors in Boston (USA), hat herausgefunden, dass es oftmals die Eltern selbst sind, die ungewollt zu den ungünstigen Schlafgewohnheiten ihrer Kinder beitragen. Die Erkenntnisse der modernen Verhaltenstherapie besagen nun, dass jegliches Verhalten gelernt wurde. Demnach sei es auch möglich, neue Verhaltensweisen zu erlernen und alte abzulegen. Die Ferber-Methode zielt darauf ab, dass die Kinder ihre "ungünstigen" Schlafgewohnheiten ablegen und neue erlernen.

Die Methode selbst ist leicht zu beschreiben. Das Kind wird jeden Abend zur selben Zeit nach einem kurzen Einschlafritual wach zu Bett gebracht. Das Einschlafritual wird mit einem Schlusspunkt - z. B. mit einem Gutenachtkuss – abgeschlossen, das Licht wird kleinergestellt und das Kind wird ohne weitere Gesten und Erklärungen alleingelassen. Möglicherweise wird das Kind protestieren und zu weinen beginnen. Trotzdem soll es am ersten Abend drei Minuten in seinem Bett allein bleiben. Danach kann das Kind beruhigt werden indem man es streichelt und ihm sanft zuredet. Auf keinen Fall darf es aber auf den Arm genommen oder mit Nahrung oder Getränken oder auf andere Weise belohnt werden. So soll das Kind lernen, dass die Mutter oder der Vater es zwar nicht im Stich lassen, dass sie sein Schreien aber nicht belohnen. Nach exakt zwei Minuten wird das Kind wiederum ohne weitere Gesten und Erklärungen allein gelassen, wobei die "Auszeit" auf fünf Minuten verlängert wird usw.

Die Ferber-Methode ist für Kinder unter einem halben Jahr nicht geeignet. In den ersten sechs Monaten brauchen sie alle Liebe und Wärme dieser Welt. Entbehrungen und Verlust erleben sie in diesem frühen Alter als existenziell bedrohlich. Wir fügen ihnen schweren Schaden zu, wenn wir sie allein lassen, nicht ausreichend versorgen oder in anderer Weise vernachlässigen.

Über eines sollten sich alle Eltern ebenso im Klaren sein: Die Ferber-Methode wurde für sogenannte Schrei-Babys entwickelt, deren Eltern kurz davor waren, sie körperlich zu misshandeln. Die Methode soll deshalb erst als allerletztes Mittel in einer verfahrenen Lage herangezogen werden, in der die Familie an die Grenze ihrer Belastbarkeit geraten ist. Sie anzuwenden ist für die Beteiligten eine große Herausforderung, die mit viel Streß und Frustration verbunden sein kann. Darum sollten sich die Eltern vor der Anwendung darüber verständigen, dass sie die emotionalen Belastungen gemeinsam durchstehen werden. Denn wenn sie das Programm abbrechen oder es unregelmäßig anwenden, kann genau das Gegenteil von dem passieren, was sie erreichen wollten. Deshalb sollte das Programm nur beendet werden, wenn das Kind krank wird oder ein anderes wichtiges Ereignis seine Beendigung erfordert. Am besten sollte die Methode sowieso nur unter ärztlicher Überwachung und nach einer besonderen Beratung angewendet werden, da sie sich trotz ihrer Einfachheit in der Hand von Laien als durchaus gefährlich erweisen kann.

Das Familienbett 

Obwohl viele Bücher über Kindererziehung davon abraten, setzen sich immer mehr Eltern über die gesellschaftliche Norm hinweg, die vorsieht, dass Babies und Kleinkinder in einem eigenen Bett im Kinderzimmer schlafen sollen. So kommen immer mehr Babies in den Genuss einer von Wärme und Geborgenheit geprägten Schlafumgebung: das elterliche Bett. Schon in den 1970er Jahren wurde von der Autorin Tine Thevenin der Begriff „Familienbett“ geprägt, der besagt, dass die Kinder in nächster Nähe der Eltern schlafen. Dies kann entweder das elterliche Bett sein, oder ein sogenannter Baby-Balkon, oder eine Matratze oder ein Kinderbettchen im Elternschlafzimmer.

William Sears stellt in seinem Buch „Schlafen und Wachen“ ebenfalls das Konzept des Familienbettes vor, wobei er den Begriff „Sleep Sharing“, zu deutsch „Gemeinsamer Schlaf“ bevorzugt. Seiner Meinung nach bietet diese Methode der nächtlichen Kinderbetreuung eine ganze Menge Vorteile für die Eltern und besonders für die Kinder. Er beobachtete Mütter, die mit Ihren Kindern gemeinsam schliefen und erhielt eine Reihe interessanter Ergebnisse, wie die folgenden:

Mutter und Kind erwachten öfter gemeinsam, als wenn sie getrennt schliefen. Wenn einer der Beiden gähnte, hustete oder seine Lage änderte, tat es auch der andere, oft ohne dabei wach zu werden. Sehr oft befanden sich die beiden für längere Zeit im gleichen Schlafzustand. Babies verbrachten weniger Zeit im Tiefschlaf, was sehr wichtig für die Entwicklung des Gehirns zu sein scheint, denn in den ersten Monaten haben Babies viel mehr REM-Schlaf- als Tiefschlafperioden. Obwohl manche Mütter deshalb befürchteten, dass sie zuwenig Tiefschlafphasen bekämen, zeigten die Studien, dass sie in Summe trotzdem genügend Tiefschlaf bekamen.

Babies, die bei ihren Müttern schliefen, wachten öfter auf und tranken öfter an der Brust als jene, die allein schliefen. Trotzdem berichteten ihre Mütter nicht, dass sie öfter aufgewacht seien, als wenn sie allein schliefen. Babies, die bei ihren Müttern schliefen, neigten dazu, mehr auf dem Rücken oder der Seite zu schlafen und seltener auf dem Bauch, ein Faktor, welcher das Risiko des plötzlichen Kindstodes verringern könnte.

Während die Mütter gemeinsam mit ihren Kindern schliefen, fand eine ganze Menge Interaktion zwischen ihnen statt. Was die eine tat, beeinflusste das nächtliche Verhalten des anderen. Zum Beispiel streckte das Baby den Arm aus und prüfte, ob seine Mutter noch in der Nähe war. Wenn es sie berührte, schlief es ruhig weiter, ohne aufzuwachen. Genauso wachte die Mutter manchmal auf, vergewisserte sich davon, dass es ihrem Baby gut ging, deckte es vielleicht wieder zu und schlief wieder ein, ohne sich morgens daran zu erinnern.

Das Baby blieb immer in der Nähe der Mutter und konnte sofort gestillt werden, wenn es nachts unruhig wurde. Oft befand sich die Mutter sogar in einer Schlaf-Harmonie mit dem Baby. Das heißt, der Atem der Mutter wirkte wie eine Art Schrittmacher für die Atmung des Kindes, die sich der ruhigen Atmung der Mutter anpasste. So konnte sich das Kind schneller beruhigen, wenn es erschrak, schlecht träumte oder aufwachte.

Obwohl die Natur offenbar vorgesehen hat, dass Babies bei ihren Müttern schlafen, funktioniert diese Methode nicht immer in allen Familien. Manche Eltern möchten einfach nicht gemeinsam mit ihren Kindern schlafen. William Sears empfiehlt den Eltern, es zu versuchen. Wenn es nicht klappt, sind sie natürlich keine schlechten Eltern. Wenn es klappt, sollten sie es fortführen und keine Angst haben, ihr Baby zu sehr zu verwöhnen, denn das tun sie nicht. Im Gegenteil, sie geben ihrem Kind Geborgenheit und Zuwendung, und davon können sie ihm bekanntlich nie zuviel geben.

Vergleich der Methoden: Ferbern und Familienbett 

Wenn wir die beiden vorgestellten Methoden vergleichen, fällt sofort auf, dass die Vor- und Nachteile sehr ungleich verteilt sind. Der einzige Vorteil der Ferber-Methode ist die Tatsache, dass sie offenbar funktioniert. Die Kinder scheinen nach einer gewissen Zeit tatsächlich durchzuschlafen und die Eltern bekommen etwas mehr Schlaf als vorher. Dass die Methode aber nicht immer geeignet ist und deshalb nicht gedankenlos angewendet werden sollte, zeigen ihre vielen Nachteile.

Durch die Ferber-Methode riskieren die Eltern, ihre Intuition und das Vertrauen in ihre Gefühle, Instinkte und Verhaltensweisen zu verlieren. Anstatt zu lernen, die Signale ihres Kindes zu deuten und sofort darauf zu reagieren, lernen die Eltern, diese zu ignorieren. Sie können ihr Kind nicht genau kennen lernen und ihm nicht helfen, sich wohl zu fühlen - und distanzieren sich von ihm. So wird das gegenseitige Vertrauen zwischen Eltern und Kind gestört und das Kind verliert das Vertrauen in sein schützendes Umfeld. Die Eltern hören nicht mehr auf ihre eigenen biologischen Signale und ihr Unterteilsvermögen und befolgen jemandes Rat, der keine biologische oder emotionale Bindung zu ihrem Kind hat. Ein weiterer großer Nachteil der Ferber-Methode ist die Tatsache, dass sie für voll gestillte Kinder und stillende Mütter nicht geeignet ist. Da stillende Mütter normalerweise eine besonders innige und starke Bindung zu ihrem Kind haben, wird es ihnen besonders schwer fallen, entgegen ihren Gefühlen zu handeln, wenn sie die Methode anwenden. Genauso schwer wird den gestillten Kindern der Verzicht auf die nächtliche Geborgenheit fallen, die sie durch das Stillen erfahren haben.

Die Methode der liebevollen Kinderbetreuung und des gemeinsamen Schlafens bietet dagegen eine Menge Vorteile für Eltern und Kind. Wenn die Kinder bei den Eltern schlafen können so lange sie möchten, wenn sie im elterlichen Bett immer willkommen sind und nicht bloß geduldet werden, so wird die familiäre Harmonie dadurch gefördert. Eltern und Kind helfen sich gegenseitig, ihre Signale auszusenden und ihre Bedürfnisse zu erkennen. Die Kinder schlafen besser ein und fühlen sich geborgen. An der Brust der Mutter oder im Arm des Vaters einzuschlafen vermittelt ihnen eine gesunde Einstellung zum Schlaf. Das Kind lernt, dass Einschlafen etwas Angenehmes ist, was ja eines der Ziele der nächtlichen Kinderbetreuung ist.

Die Mutter schläft besser. Viele Mütter können in der Nacht eine Art Schlaf-Harmonie mit ihrem Baby erreichen, wobei sich ihre Schlafzyklen synchronisieren. Die Mutter wacht meist einige Sekunden bevor das Baby unruhig wird, auf und kann es stillen, ohne dass es wach wird und schreien muss. Dadurch wird auch das Stillen einfacher für die Mutter, da sie nicht von ihrem schreienden Baby aus dem Tiefschlaf gerissen wird, sondern sich sofort auf Ihr Baby einstellen kann. Wenn die Mutter tagsüber arbeitet, kann sie die Verbindung mit ihrem Kind während der Nacht festigen. Die Hormone, die durch das Saugen des Babys ausgeschüttet werden, helfen der Mutter zudem, sich nach der Anspannung des Arbeitstages zu entspannen.

Die Kinder gedeihen besser, denn durch die liebevolle Kinderbetreuung wird ihr Temperament respektiert. Das Stillen wird nicht unterbrochen und die Milchproduktion wird aufrechterhalten. Kinder gewinnen an Selbstwertgefühl und lernen Einfühlsamkeit und Großzügigkeit. Vor allem lernen sie die Bindung an Personen und nicht an Dinge, denn sie haben eine starke Bindung zu ihren Eltern.

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Kinder, die bei ihren Eltern schlafen, viel weniger dazu neigen, Opfer des plötzlichen Kindstodes zu werden. Dies sollte aber nicht der einzige Grund sein, dass Eltern ihre Kinder in ihrer Nähe schlafen lassen. Vielmehr sollten sich die Eltern gründlich informieren und mit Liebe und Geduld herausfinden, welche Möglichkeiten in ihrer Familie am besten funktionieren, damit sowohl Eltern als auch Kinder eine erholsame Nacht genießen können.

Wie Babys schlafen 

Der Schlaf kann in zwei Hauptphasen unterteilt werden: den aktiven und den ruhigen Schlaf. Im aktiven Schlaf bewegen sich die Augen schnell hin und her, weshalb er auch REM-Schlaf genannt wird, von englisch „rapid eye movement“ – schnelle Augenbewegungen. Die beiden Schlafphasen wechseln sich im Laufe einer Schlafperiode immer wieder ab. Ein solcher Abschnitt, der aus ruhigem, Übergangs- und aktivem Schlaf besteht, nennen wir Schlafzyklus. Im ersten Teil der Nacht herrscht der ruhige oder Non-REM-Schlaf vor. Später in der Nacht werden die REM-Phasen länger. Ein Erwachsener verbringt während eines durchschnittlichen Schlafs von 8 Stunden etwa 6 Stunden im Zustand des ruhigen und 2 Stunden im Zustand des aktiven Schlafs.

Wenn Sie Ihr Baby beobachten, können sie feststellen, ob es sich im Zustand des REM-Schlafs befindet. Seine Augen können teilweise geöffnet sein, die Augäpfel können sich synchron bewegen, der Atem ist unregelmäßig. Das Gesicht zuckt, das Baby schneidet Grimassen, lächelt und sein Körper bewegt sich unruhig hin und her, während es seine Lage ändert.

Forscher haben herausgefunden, dass der REM-Schlaf sehr wichtig für die Entwicklung des kindlichen Gehirns ist. Schon im Mutterleib fungiert der REM-Schlaf wahrscheinlich als eine Art Autostimulierung des sich entwickelnden Gehirns. Der REM-Schlaf funktioniert offenbar wie eine geistige Übung, bei der das Gehirn mit Träumen beschäftigt ist, an die beim Aufwachen eine Erinnerung besteht. Beobachtungen der Schlafmuster bei Kindern in verschiedenen Altersstufen zeigen, dass der Anteil an REM-Schlaf höher ist, je jünger das Kind ist.

Babys brauchen also mehr aktiven Schlaf als Erwachsene und wenden mehr Zeit für den Übergang von REM- in Non-REM-Schlaf auf. Sie haben aber auch kürzere Schlafzyklen als Erwachsene. Während ein Schlafzyklus eines Erwachsenen durchschnittlich 90 Minuten dauert, ist er bei Babys nur etwa 50-60 Minuten lang. Wenn Erwachsene zudem einschlafen, treten sie rasch in den ruhigen Schlaf ein, ohne erst durch eine aktive Periode zu gehen. Babys dagegen haben erst eine REM-Phase von etwa 20 Minuten, auf die der Übergangsschlaf und dann der ruhige Schlaf folgt. Wenn eine Aufwachreiz wie ein störender Lärm in die REM- oder Übergangsphase fällt, erwacht das Baby leicht, weil es noch nicht den ruhigen Schlaf erreicht hat.

Deshalb sollte ein kleines Baby nicht einfach hingelegt werden, sondern während dieser ersten REM-Phase liebevoll betreut werden, bis es tief schläft. Eine große Hilfe dabei sind die bekannten Einschlafmethoden der liebevollen Kinderbetreuung wie Stillen, Singen Wiegen usw. Ebenso kann ein Baby, das in einer der folgenden REM-Perioden aufwacht, durch diese Periode hindurchgeleitet werden, bis es wieder tief schläft. Während das Baby älter wird, erlangt es nach und nach die Fähigkeit, sofort aus dem Wachzustand in den ruhigen Schlaf einzutreten, ohne durch eine Periode aktiven Schlafs durchzumüssen. Ebenso werden die längeren Schlafphasen vom Tag mehr und mehr in die Nacht verlagert.

Es gibt wichtige Gründe für die verschiedenen Schlafmuster von Babys und Erwachsenen. In den ersten Monaten sind die Bedürfnisse der Babys intensiv, aber ihre Fähigkeit, sie zum Ausdruck zu bringen, ist begrenzt. Würden Babys wie Erwachsene und damit tiefer schlafen, so würden sie vielleicht nicht aufwachen, wenn sie hungrig sind, wenn ihnen kalt ist oder wenn ihre Nase verstopft ist und sie nicht atmen können. Sein Schlafmuster erlaubt es dem Baby, zum Ausdruck zu bringen, was es zum Überleben braucht. Dazu ist, wie wir gesehen haben, der leichte Schlaf wichtig für die Entwicklung des Gehirns. Wenn ihr Baby also während der Nacht aufwacht und Sie müde und ärgerlich sind, können Sie sich doch darüber freuen, dass Ihr Baby etwas dafür tut, zu wachsen und zu reifen.

Attachment Parenting - die liebevolle Kinderbetreuung 

Die Methode von Dr. William Sears ist eigentlich mehr eine Lebensanschauung. Sie liegt in der Verhaltensweise begründet, die er in seinen Büchern als „Attachment Parenting“ bezeichnet, zu deutsch „Liebevolle Kinderbetreuung“. Diese Methode ist nicht neu, und sie stammt auch nicht von William Sears. Nein, sie ist nämlich schon so alt wie die Menschheit und wurde von der Natur selbst im Laufe der Evolution entwickelt und optimiert, um das Überleben der menschlichen Nachkommen zu sichern. In unserer Gesellschaft ist sie nur in Vergessenheit geraten, wird aber in zunehmendem Maße wieder entdeckt und angewendet.

Wie sieht diese Methode also aus? Die Grundlagen für die Liebevolle Kinderbetreuung stellt William Sears am Anfang seines Buches „Schlafen und Wachen“ vor. Er rät den Eltern als erstes, eine Verpflichtung gegenüber sich selbst und ihrem Kind einzugehen, sich voller Hingabe ihrer Beziehung zueinander zu widmen. Friedliche Erfahrungen schon im Mutterleib und eine harmonische Beziehung zum ungeborenen Kind in der Schwangerschaft können sich nämlich sehr wohl auf die künftigen Schlafgewohnheiten des Babys auswirken. Sehr hilfreich ist auch eine gute Vorbereitung der Eltern auf die Geburt und die Entscheidung, dafür einen Ort zu wählen, an dem die Mutter mit ihrem Körper in Einklang sein kann und nicht von Angst, Unsicherheit und Hilflosigkeit behindert wird.

Wenn das Kind geboren ist, sieht William Sears im Stillen die wichtigste Grundlage für eine entspannte Schlafsituation. Stillen fördert die innige Beziehung zwischen Mutter und Kind und hilft ihr dabei, die Bedürfnisse des Babys besser zu verstehen. Statt auf die Uhr oder die Wage zu schauen, empfiehlt Sears der Mutter, hellhörig für die Hinweise ihres Kindes zu werden, dass es Nahrung und Zuwendung braucht. So kann sie rasch auf das Weinen ihres Babys reagieren und die besondere Beziehung zu ihrem Kind sowie ihre elterliche Intuition und Feinfühligkeit entwickeln.

Sears empfiehlt den Eltern, das Schlafen für das Kind von Anfang an so angenehm wie möglich zu gestalten. Wenn der Schlaf für das Kind eine schöne Erfahrung voller Sicherheit und Geborgenheit ist, dann wird es auch gerne zu Bett gehen und schlafen. Um dies zu ermöglichen, sollten die Eltern alle gängigen Einschlaf-Methoden ausprobieren, vor allem das in den Schlaf stillen, wiegen, singen, streicheln usw. Dabei ist es wichtig, zu wissen, wie kleine Kinder schlafen und zu akzeptieren, dass unsere Kinder in der Nacht genauso viel Liebe und Zuwendung brauchen wie tagsüber.

Anstatt so bald wie möglich die gesellschaftliche Norm zu erfüllen, rät Sears den Eltern, offen für verschiedene Möglichkeiten zu sein und sich frei zu fühlen, diese auszuprobieren. Manche Babys schlafen am liebsten bei ihren Eltern, entweder im eigenen Bett oder im Bett der Eltern. Andere wollen lieber in ihrem eigenen Raum schlafen. Die Eltern sollten den Signalen ihrer Kinder und ihren eigenen Gefühlen und Instinkten diesbezüglich vertrauen. Was sich für sie nicht bewährt oder womit sie sich nicht wohlfühlen, ist auch nicht das Richtige für sie.